Wussten Sie, dass schon René Descartes im Jahre 1636 die Idee einer direkt auf dem Auge getragenen Linse beschrieben hat? Nun, bis zu den heute so selbstverständlich millionenfach benutzten Kontaktlinsen war es da natürlich noch ein weiter Weg. Die ersten Linsen Ende des 19. Jahrhunderts hießen 'Skleralschalen' und hatten sage und schreibe einen Durchmesser von 23mm. Sie können sich vorstellen, dass diese Glasschalen nicht sonderlich bequem zu tragen waren. Heute kennt jedermann die harten und weichen Kontaktlinsen, die nicht, wie Sie vielleicht vermuten werden, direkt auf der Hornhaut sitzen, sondern auf einem Tränenfilm schwimmen. So kann die Hornhaut nicht beschädigt werden. Kontaktlinsen werden für nahezu jede Art von Fehlsichtigkeit eingesetzt, es gibt sie beispielsweise als Bifokal- oder Gleitsichtlinsen, alle bestehen aus Kunststoff. Sie haben sogar die Möglichkeit nur eine Linse zu tragen, man nennt das 'Monovision', dabei übernimmt ein Auge ausschließlich die Fernsicht, das andere die Nahsicht. Nicht bei allen Anwendern gelingt es dem Gehirn dies auszugleichen und Träger solcher Kontaktlinsen haben deshalb manchmal Schwierigkeiten bei der Umschaltung von Nah- auf Fernsicht und umgekehrt. Heutzutage haben Sie auch die Wahl zwischen unzähligen kosmetischen Kontaktlinsen, die entweder nur farbig oder auch mit Motiv ausgestattet sind. Sie können damit also Ihre Augenfarbe wechseln oder im Karneval mit Katzenaugen überraschen. Kontaktlinsen haben im Laufe der Jahrhunderte eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, man könnte es fast eine Revolution nennen. In unserer Zeit sind sie jedenfalls aus der Welt der Augenoptik nicht mehr wegzudenken. Man kann sie mit Fug und Recht als die vielseitigste Sehhilfe bezeichnen, die ein Optiker zur Verfügung hat. Und dabei ist dieses kleine Wunderding im Auge getragen gänzlich unsichtbar.

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